Hilfsmittel

Die Bandbreite an Hilfsmitteln für Blinde und Sehbehinderte ist in den letzten Jahren stetig größer geworden und insbesondere auch die vielen Entwicklungen im Bereich der Technik haben zur Integration Sehgeschädigter einen wesentlichen Beitrag geleistet.

Im Folgenden wird eine kleine Auswahl an Hilfsmitteln vorgestellt, wobei Hilfsmittel für Blinde auch oft von hochgradig Sehbehinderten benutzt werden. 

Die Bandbreite an Hilfsmitteln für Blinde und Sehbehinderte ist in den letzten Jahren stetig größer geworden und insbesondere auch die vielen Entwicklungen im Bereich der Technik haben zur Integration Sehgeschädigter einen wesentlichen Beitrag geleistet.

Im Folgenden wird eine kleine Auswahl an Hilfsmitteln vorgestellt, wobei Hilfsmittel für Blinde auch oft von hochgradig Sehbehinderten benutzt werden. 

Hilfsmittel für Blinde

Hilfsmittel für Blinde

Wegen seiner vielfältigen Einsetzbarkeit und der Bedeutung im beruflichen Alltag ist der Computer für viele Blinde und hochgradig Sehbehinderte ein unverzichtbares Medium geworden.

Ausschnitt einer Braillezeile

Für die Arbeit mit Texten am PC ist die sogenannte Braillezeile entwickelt worden. Die Braillezeile setzt den Text des Bildschirmes in tastbare Informationen um. Gleichzeitig ermöglichen kleine Tasten oberhalb jedes Braillemodules - sogenannte Cursorroutingtasten - eine auf den Buchstaben genaue Steuerung des Schreibcursors, vergleichbar mit dem Mausklick. Ein sogenannter Screenreader, eine spezielle Software, die dem Blinden den komplexen Bildschirminhalt über eine Sprachausgabe und/oder über die Braillezeile zeilenweise erschließt, ergänzt die Ausstattung. Blinde können nach einer entsprechenden Schulung so auch mit Standardprogrammen wie z. B. Microsoft Word arbeiten.

Ein am PC angeschlossener, handelsüblicher Scanner dient zusammen mit einer OCR Software zur Digitalisierung von gedrucktem Schriftgut, das dann nach der Texterkennung dem Blinden über die Sprachausgabe oder die Braillezeile zugänglich wird.

Brailledrucker

Auf dem Computer erstellte Texte können wahlweise auf einem gewöhnlichen Drucker (z. B. zur Kommunikation mit Sehenden) oder für die eigene Nutzung auf einem Brailledrucker in Punktschrift ausgedruckt werden.

Für den Personenkreis, der sich mit der Bedienung eines PCs schwer tut, gibt es sogenannte geschlossene Vorlesesysteme. Dabei handelt es sich in der Regel um eine nutzerseitig nicht veränderbare Scanner-PC Kombination, die sich mit nur wenigen Schaltflächen bedienen lässt. Auf Knopfdruck wird ein Text eingescannt, automatisiert verarbeitet und anschließend mit einer synthetischen Stimme vorgelesen.

iPhone mit Barcodescanner

Seit die Firma Apple ihre mobilen Geräte ab Werk und ohne Aufpreis mit vollwertigem Screenreader und Vergrößerungssoftware ausstattet, sind auch iPhone und iPad als Hilfsmittel sehr beliebt unter den blinden und sehbehinderten Nutzern. Bei der mittlerweile riesigen Auswahl an Apps im Apple-Store können die Geräte für wenig Geld mit immer neuen Funktionen ausgestattet werden, für die man früher lauter teure Einzelgeräte benötigt hätte. So kann aus einem Telefon im Handumdrehen ein Farberkennungsgerät, ein sprechender Kompass, ein DAISY-Player oder eine Einkaufshilfe werden.

mechanische Punktschriftmaschine

Trotz der großen Beliebtheit, der sich PC und Mobilgeräte bei Blinden erfreuen, haben auch traditionelle Mittel der Kommunikation noch immer einen hohen Stellenwert. Für Mitschriften oder für die schriftliche Kommunikation untereinander benutzen Blinde oft eine elektrische oder mechanische Punktschriftmaschine. Diese ist mit einer Schreibmaschine für die Sehenden vergleichbar. Je nach Modell kommt die Maschine entsprechend dem Aufbau des Braillealphabets mit nur sechs Tasten und fünf Sondertasten (für Leerzeichen, Blattvorschub etc.) oder für Eurobraille mit acht Tasten und zusätzlichen Sondertasten aus. Kleine Nadeln, die sich von unten gegen das Papier drücken, stanzen beim Betätigen der Tasten die Punkte an der entsprechenden Stelle ins Blatt.

Blatt mit Braillepunkten

Neben den digitalen Medien wie E-Books, Hörbüchern, DAISY-Büchern oder Podcasts steht Blinden auch weiterhin das traditionelle Braillebuch zum Lesen zur Verfügung, also Literatur, die in Punktschrift umgesetzt wurde. Hierbei kann zwischen Büchern in Vollschrift und Büchern in Kurzschrift ausgewählt werden. Da die Brailleschrift sehr viel Platz benötigt, kann ein einfaches Schwarzschriftbuch mehrere dicke Bände in Punktschrift umfassen.

taktile Weltkarte

Schwierig bis unmöglich wird das Umsetzen von Grafiken und Bildern in Punktschrift. Aus diesem Grund gibt es tastbare Modelle und Grafiken.

Hilfmittel für Sehbehinderte

Hilfsmittel für Sehbehinderte

Monokulare und Lupen

Neben der Nutzung von PC und Mobilgeräten (s. o.) ist für Sehbehinderte auch der Einsatz von optischen Hilfsmitteln für die Bewältigung von Alltagsaufgaben wichtig. Je nach Sehbehinderung helfen Lupen, Lupenbrillen, und kleine Fernrohre, auch Monokulare genannt, die mit verschiedenen Vergrößerungsmöglichkeiten angeboten werden.

Bildschirmlesegerät mit schwenkbarem Kameraarm

Für hochgradig Sehbehinderte gibt es elektronische Lesegeräte, die mittels einer Kamera Bilder oder jede Art von Text auf die benötigte Schriftgröße bringen und je nach Modell auch ein Bild aus der Umgebung auf den Bildschirm übertragen können.

Ein Tisch mit einer in Höhe und Neigung verstellbaren Platte, Konzepthalter und Monitorarm sorgen am Arbeitsplatz für eine optimale Körperhaltung. Außerdem hilft bei Bedarf am Arbeitsplatz eine Lampe mit hoher Leuchtstärke.

Tastatur mit grosser, kontrastreicher Beschriftung

Texte in verschiedenen Schriftgrößen oder kontraststarke Tastaturen mit großer Beschriftung sind hilfreich bei der täglichen Arbeit.